Sicher surfen: VPN-Software im Test

20.08.2020 Unterwegs E-Mails verschicken und empfangen, online shoppen oder die Lieblingsserie streamen: Längst surfen wir überall und jederzeit im Internet und hinterlassen dabei virtuelle Spuren. Dass diese Spuren oftmals mitgelesen und weiterverwertet werden, ist zunehmend im Bewusstsein und wird kritisch hinterfragt. Wenn Sie anonym surfen möchten, finden Sie mit einer VPN-Software ein Programm, mit dem Sie Ihre IP-Adresse verbergen bzw. anonymisieren können. Im großen VPN-Test haben wir 16 Anbieter miteinander verglichen und unter anderem in Sachen Geschwindigkeit, Sicherheit und Bedienkomfort bewertet. Außerdem erfahren Sie, was VPN überhaupt ist, wie anonym Sie tatsächlich über VPN surfen und weiteres Wissenswertes zum Thema.

VPN-Test: 16 Anbieter im Vergleich

Im Test haben wir die größten Anbieter Virtueller Privater Netzwerke (VPN) im Detail ausprobiert und bewertet. Grundsätzlich stehen Clients für nahezu alle gängigen Geräte und Systeme zur Verfügung: Neben klassischen Systemen wie Windows, MacOS oder Linux surfen Sie auch mit einem iPad, iPhone oder Android-Smartphone sicher und anonym. Viele Anbieter bieten zusätzlich auch Browser-Erweiterungen für Firefox, Chrome und Opera an. Einige der VPN-Anbieter erlauben auch die Anbindung Ihres Smart-TVs oder eine Einrichtung direkt auf dem Router. Im VPN-Test haben wir uns dabei auf bezahlpflichtige Clients konzentriert – es gibt zwar auch kostenlose VPN-Tools, diese bieten meist aber nur begrenzt Schutz.


NordVPN

Platz 1: NordVPN ist Testsieger

Bestnoten in nahezu allen getesteten Bereichen erhält der Client von NordVPN. Einrichtung und Bedienung gehen leicht und bequem von der Hand, die Bezahlung erfolgt auf Wunsch anonym per Bitcoin. Bei der Sicherheit kann sich NordVPN sehen lassen: Eine „No-Log-Policy“, Überseestandort, sehr gute Verschlüsselung, sowie ausgefeilte Verschleierungs- und Schutzmittel ergeben ein rundes Bild. Die Infrastruktur ist ebenfalls top: Über 5.000 Server in rund 60 Ländern bieten eine enorme Auswahl – auch fürs Streaming. Downloads und Uploads von Dateien waren im Test fast genauso schnell wie im Normalbetrieb ohne VPN-Tunnel

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Platz 2: Surfshark – Preis-Leistungs-Sieger (2 Jahres-Abo)

Großer Hai oder nur ein kleiner Fisch? Im Test überzeugt der VPN-Client vor allem mit vielen Extrafunktionen, einer einfachen Bedienbarkeit und hervorragender Sicherheit. Mit knapp über 1.700 Servern in über 60 Ländern kann Surfshark zwar nicht ganz mit dem Testsieger mithalten, dennoch ist die Geschwindigkeit aber meist top. Kleine Abzüge gibt es lediglich beim Streamen von Netflix. Unschlagbar hingegen ist der sehr günstige Abo-Preis (beim Abschluss eines 2-Jahres-Abos) sowie die Möglichkeit, eine Lizenz auf unbegrenzt vielen Geräten gleichzeitig zu nutzen.

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Platz 3: CyberGhost VPN

Das Urgestein unter den besten VPN-Anbietern punktet mit einer extrem großen Anzahl an Servern und Standorten. Besonders sind auch die bei jeder Verbindung angezeigten Serverdetails und eigene Server-Listen für Streaming und Torrenting. Nützliche Zusatzfunktionen, wie Kill Switch, Ad- und Tracking-Schutz runden den guten Gesamteindruck ab. Schade: In der mobilen Version müssen Sie auf viele dieser Einstellungsmöglichkeiten verzichten. Dank Standort, Firmenpolitik und umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen gehört der VPN-Anbieter aber verdient zu den Top 3.

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Platz 4: ExpressVPN

Viel hilft viel: Beim Leistungsumfang macht dem Anbieter ExpressVPN niemand etwas vor. Eine hohe Anzahl an Servern und Standorten und zahlreiche Funktionen für optimale Sicherheit und Anonymität beim Surfen werden ergänzt durch sinnvolle Extras. Die Geschwindigkeit ist gut, wenn auch nicht spitze. Eine Lizenz kann auf unbegrenzt vielen Geräten genutzt werden. Dabei gestaltet sich die Anmeldung am PC teilweise umständlich. Aufgrund des etwas höheren Preises als bei der Konkurrenz ordnet sich ExpressVPN auf dem vierten Platz ein.

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Platz 5: Hide.me

Im guten Mittelfeld hält Hide.me genau das, was der Name des Anbieters verspricht: Anonymität und Sicherheit beim Surfen. Der Dienst arbeitet stabil und mit einer guten Geschwindigkeit, die vielen Zusatzfunktionen und top Sicherheitsprotokolle runden das umfangreiche Gesamtpaket ab. Dieses hat allerdings einen relativ hohen Preis, die mobile Version kommt abgespeckt daher, und wer über Hide.me Netflix nutzen möchte, muss erst einen passenden Server finden. Wer sich selbst überzeugen möchte: Eine reduzierte Gratis-Version ist verfügbar – die läuft sogar ganz ohne Anmeldung.

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Platz 6: ProtonVPN

Wer besonders auf Sicherheit und Anonymität viel Wert legt, bekommt mit ProtonVPN einen empfehlenswerten, wenn auch nicht ganz günstigen VPN-Dienst an die Hand. Die Schutzmittel sind sehr gut, die Transparenz hervorragend. Der Firmensitz in der Schweiz mit den strengen Datenschutzgesetzen trägt ebenfalls zu der guten Vertrauenswürdigkeit bei. Allerdings fällt die Anzahl der Server und Standorte eher gering aus, und was im Auslandsurlaub noch gut funktioniert – das Streamen von deutschen Mediatheken und deutschem Netflix – lässt bei US-Diensten etwas zu wünschen übrig.

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Platz 7: Private Internet Access – Preis-Leistungs-Sieger (1 Jahres-Abo)

Der nach eigenen Angaben „anonymste VPN-Dienst der Welt“ präsentiert sich als solides und vor allem günstiges Gesamtpaket. Über 3.300 Server ermöglichen flottes Surfen, der Client läuft auf bis zu zehn Geräten. Die Bedienung ist sowohl am Desktop-PC als auch in der mobilen Version unkompliziert und Netflix-Nutzer kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Allerdings: Als Standard-Verschlüsselung ist nur die 128-Bit-Verschlüsselung eingestellt, obwohl die sicherere Variante AES-256 vorhanden ist und sich mit wenigen Klicks einstellen lässt. Der Firmensitz in den USA sorgt ebenfalls für Abzügen in der B-Note.

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Platz 8: VyprVPN

Wer über seinen VPN-Client vor allem Inhalte aus Mediatheken, Live-TV oder Netflix streamen möchte, wird seine helle Freude an VyprVPN haben – hier zeigt sich der Anbieter überdurchschnittlich stark und schnell. Auch die, teils hauseigenen, Sicherheits-Features und die einfache Bedienung wissen zu überzeugen. Besonders in Ländern mit beschränktem Internet kann VyprVPN seine Stärken ausspielen. Weil anonyme Zahlmethoden und einzelne Funktionen fehlen, welche die Konkurrenz bereits zu bieten hat, erzielt VyprVPN jedoch nur eine mittlere Platzierung.

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Platz 9: Mullvad VPN

Der schwedische Anbieter Mullvad VPN setzt in Sachen Bezahlung und Anmeldung neue Maßstäbe: Nutzer können sich ohne die Angabe einer E-Mailadresse registrieren und neben der anonymen Bezahlung mit Kryptowährung ist auch die Barzahlung vorgesehen. Dank ausgezeichneter No-Logs-Policy und guter Werte bei Speed- und Streaming-Tests gibt es auch bei den Punkten Anonymität und Performance wenig zu kritisieren. Als einer der ersten Anbieter hat Mullvad VPN zudem das brandneue WireGuard-Protokoll in seinen VPN-Dienst integriert. Allerdings: Design und Benutzerfreundlichkeit sorgen für einige Minuspunkte, sodass es für Mullvad VPN nur zu Platz neun reicht.

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Platz 10: Windscribe

Ein Anbieter der unbegrenzten Möglichkeiten – zumindest fast: Der VPN-Dienst überzeugt mit hervorragender Verschlüsselung, ausgezeichneter Kompatibilität und starker Streaming-Performance. Und das alles für einen günstigen Preis. Als einer der wenigen Anbieter können Sie Windscribe mit leichten Einschränkungen sogar „for free“ nutzen. Aber: Die Geschwindigkeiten sind vor allem beim Download oft nicht besonders gut, und der Firmensitz in Kanada lässt Zweifel aufkommen, wenn es um die hundertprozentige Privatsphäre geht.

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Platz 11: Perfect Privacy

Der Schweizer Anbieter Perfect Privacy bietet in Punkto Sicherheit und Funktionsumfang einen sehr guten, aber auch sehr teuren VPN-Client für viele gängigen Systeme und Geräte an. Mit über 100 Euro pro Jahr gehört Perfect Privacy zu den teuersten Kandidaten im Testfeld. Während die Geschwindigkeit gut (aber nicht die beste) ist, klappt Netflix streamen mit dem Client überhaupt nicht. iOS-Nutzer schauen ebenfalls in die Röhre – eine entsprechende App gibt es nicht. Preis-Leistung überzeugt also nicht in jedem Fall.

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Platz 12: SaferVPN

Auf ganzer Linie solide – so lässt sich die Leistung des israelischen Anbieters SaferVPN zusammenfassen. Die Verbindung ist sicher, das Tempo äußerst zügig und die Bedienung geht leicht von der Hand. Wer auf amerikanische Streaming-Hits über den Client zugreifen möchte, wird allerdings enttäuscht: US-Netflix lässt sich nicht aufrufen. Und auch die individuellen Einstellungs- und Zusatzfunktionen sind zu spärlich, als dass es für SaferVPN für mehr als das hintere Mittelfeld reichen würde.

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Platz 13: TorGuard

Obwohl der Name vielversprechend klingt, weiß der amerikanische Torhüter leider nicht so richtig zu überzeugen: Während die Geschwindigkeit und die Server-Auswahl noch punkten, überfordern allein schon die Basiseinstellungen vor allem technisch weniger erfahrene Benutzer. Weitere Minuspunkte: Das Streamen von Netflix funktioniert nicht zuverlässig und ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Auch der Firmensitz in den USA hinterlässt ein ungutes Gefühl. Dennoch reicht es noch zu Platz 13 im Test, da zumindest erfahrene Nutzer sicher und anonym darüber surfen können, ohne mit drastischen Geschwindigkeitseinbußen rechnen zu müssen.

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Platz 14: PureVPN

Eine sehr große Anzahl an Servern und Ländern, zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten und Zusatzfunktionen sowie eine starke Streaming-Performance: All diese Punkte lassen PureVPN auf den ersten Blick als einen top VPN-Client erscheinen. In der Anwendung zeigen sich dann aber leider Schwächen, die zu der Platzierung fast am Ende der Bestenliste führen. Im Test kam es häufig zu Verbindungsabbrüchen und mehr oder weniger dramatischen Geschwindigkeitseinbußen. Auch die Bedienung am Desktop-PC macht leider nur wenig Spaß.

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Platz 15: BullGuard VPN

Keep it simple: Der VPN-Dienst BullGuard VPN kommt ohne viele Zusatzfunktionen und Einstellungsmöglichkeiten aus und ist darum wahrscheinlich nur für Einsteiger interessant. Für die bietet der Client aber alles, was man braucht: Eine gute Geschwindigkeit, einfache Einrichtung und Bedienung und umfangreiche Kompatibilität mit den verschiedenen Streaming-Anbietern. Da die Konkurrenz aber für den gleichen oder günstigeren Preis mehr zu bieten hat, reicht es nur für den vorletzten Platz.

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Platz 16: HMA VPN (HideMyAss)

Eigentlich präsentiert sich HMA (HideMyAss) als VPN-Anbieter, der keine Wünsche offenlässt: Die Bedienung ist einfach, Sicherheit und Geschwindigkeit sind ordentlich und mit Servern in 190 Ländern ist das VPN in diesem Punkt Spitzenreiter. Auch bei der Nutzung von Netflix zeigt HMA sich von seiner besten Seite. Leider erweckt der Firmensitz in Großbritannien Misstrauen, gehört das Land doch zu den „Five Eyes“. Zusammen mit den im Test häufiger verzeichneten Verbindungsabbrüchen und relativ hohen Abo-Preisen reicht es so nur noch für den letzten Platz.

Zum Angebot: HMA VPN

Schnell und sicher surfen: Die Testkriterien

Tipp: Bei vielen der besten VPN-Anbietern gibt es eine kostenlose Testphase innerhalb derer Sie den Client auf Herz und Nieren prüfen können. Wer sich die individuelle Testphase sparen bzw. abkürzen möchte, findet in unserem ausführlichen VPN-Test eine Entscheidungshilfe. In folgenden Punkten haben wir NordVPN und andere Anbieter miteinander verglichen:

  • Leistung und Geschwindigkeit: Oftmals wird VPN-Verbindungen nachgesagt, dass sie das Surfvergnügen in Sachen Geschwindigkeit deutlich reduzieren. Bei den Testsiegern ist das anders. Diese überzeugen mit kurzen Reaktionszeiten und bauen Webseiten im sicheren Browser rasend schnell auf - egal, ob Sie am iPad oder am Windows-Computer surfen. Auch Downloads und Uploads von Dateien funktionieren ohne erhebliche Einbußen. Entscheidend für eine leistungsfähige Verbindung ist, egal wo Sie sich gerade aufhalten, auch eine möglichst große Anzahl an Servern in unterschiedlichen Ländern.
  • Sicherheit: Damit Sie tatsächlich komplett sicher surfen, sind die Daten im Idealfall bei der Übertragung voll verschlüsselt. Einige der Testkandidaten zeigen hier kleine Schwächen, indem Sie beispielsweise Metadaten nicht entsprechend schützen. Gute Anbieter bieten zudem die Möglichkeit an, über mehrfach verschlüsselte VPN-Verbindungen ans gewünschte Ziel zu surfen, sogenannte kaskadierte VPN-Verbindungen, auch „Multi Hop“ genannt. Das Verfahren zerrt zwar an der Geschwindigkeit, bietet aber ein zusätzliches Plus an Sicherheit.
  • Unterstützung von Streaming-Diensten: Auch und gerade beim Abruf von Streaming-Inhalten ist eine stabile Geschwindigkeit sehr gefragt. Viele der VPN-Programme im Test unterstützen ausgewählte Plattformen, wie Netflix, Amazon Prime Video, Sky oder YouTube. Haben Sie hier Präferenzen, sollten Sie vor dem Abschluss eines kostenpflichtigen Abos genau hinschauen, ob Ihr Streaming-Anbieter von dem VPN-Client Ihrer Wahl unterstützt wird.
  • Bedienung: Um Inkognito surfen zu können zwar nicht entscheidend und dennoch gerade für Einsteiger wichtig, ist die einfache Bedienung eines VPN-Clients. In der Regel werden Sie durch das Hinzufügen von Geräten, das Einrichten und Konfigurieren Schritt für Schritt geführt. Erklärungen und nützliche Hinweise finden Sie oftmals entweder auf der Website des VPN-Anbieters oder direkt innerhalb des Programms.
  • Zusatzfunktionen: Gute VPN-Dienste bieten außerdem hilfreiche Zusatzfunktionen, wie beispielsweise einen Werbeblocker oder einen Tracking-Schutz, die verhindern, dass neugierige Marketing-Firmen Ihre Surfgewohnheiten auslesen und für ihre Zwecke nutzen. Aber auch Funktionen wie das sogenannte Split-Tunneling sind sinnvoll: Damit entscheiden Sie, welche Anwendungen durch den VPN-Tunnel geschickt werden – und welche nicht. Eine gezielte Steuerung des Datenstroms bringt Performance-Vorteile.
  • Zahlungsmöglichkeiten: In der Regel haben Sie bei allen VPN-Programmen im Test die Wahl zwischen allen gängigen Bezahlwegen – etwa verschiedene Kreditkarten, PayPal und die Sofortüberweisung. Die besten VPN-Anbieter im Test setzen außerdem auch beim Bezahlen auf volle Anonymität und bieten die Zahlweise Kryptowährung (zum Beispiel mit Bitcoins) an.

Die besten Anbieter im VPN-Test kosten knapp über 70 Euro im Jahr – eine lohnende Investition, um anonym zu surfen. In der Bestenliste finden Sie allerdings auch deutlich günstigere Angebote, wie unsere Preis-Leistungs-Sieger Surfshark und Private Internet Access. Grundsätzlich können Sie auch mit den Schnäppchen erfolgreich Ihre IP-Adresse verbergen und so deutlich sicherer surfen. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Clients und wie diese bei den oben beschriebenen Punkten abschneiden, erfahren Sie auf den jeweiligen Detailseiten der VPN-Software.

VPN-Anbieter Vergleich: Auswahlkriterien

Unser Test zeigt, dass viele der VPN-Anbieter gut geeignet sind, um schnell und anonym im Internet zu surfen. Um leichter zu einer Entscheidung für einen Client zu kommen, erklären wir Ihnen im Folgenden einige wichtige Eigenschaften und worauf Sie beim Vergleich achten sollten.

  1. Standorte der Server: Viele der VPN-Programme im Test haben hunderte Server in dutzenden Ländern weltweit. Doch die Menge allein macht noch kein gutes VPN. Wenn es Ihnen ausschließlich darum geht, die IP-Adresse zu verbergen und Daten zu verschlüsseln und dabei auch weiterhin mit maximaler Geschwindigkeit zu surfen, sollten Sie darauf achten, dass die genutzten Server in Ihrer Nähe stehen. Wenn Sie Ländersperren (sogenanntes Geoblocking) umgehen möchten, achten Sie darauf, dass in dem jeweiligen Zielland möglichst viel VPN-Server stehen. Ein Beispiel macht es klarer: Wenn Sie häufig auf Inhalte aus den USA zugreifen möchten, sollte Ihr VPN-Anbieter entsprechend Server dort stehen haben.
  2. Transparenz des Anbieters: Der VPN-Client verschleiert Ihre Identität im Netz – und gleichzeitig geben Sie dem Anbieter gegenüber oftmals selbst viele sensible Daten preis, beispielsweise wenn Sie den Client auf Ihren verschiedenen Geräten installieren. Achten Sie deswegen unbedingt darauf, dass der Anbieter transparent kommuniziert, wie mit Ihren Daten umgegangen wird, insbesondere wo der Hauptsitz des Unternehmens ist, mit denen Sie einen Nutzungsvertrag abschließen. Entsprechend dieser Daten gelten nämlich die Datenschutzrichtlinien des jeweiligen Landes – und diese sind teilweise sehr unterschiedlich. Gut zu wissen: In unserem großen VPN-Test finden Sie ausschließlich vertrauenswürdige VPN-Anbieter.
  3. Ihre bevorzugte Software: Viele der hier vorgestellten Clients sind kompatibel mit allen gängigen Betriebssystemen und Geräten. Überlegen Sie dennoch im Vorwege, ob und wie viele Windows-Computer, MacBooks sowie mobile Geräte wie Android-Smartphones und iPads oder iPhones Sie mit dem VPN anonymisieren wollen und prüfen Sie gegebenenfalls. die Detailbeschreibung eines Anbieters, ob dieser alle Geräte und Systeme abdeckt. Wenn Sie Streaming-Dienste über VPN nutzen möchten, sollten Sie auch hier genau hinschauen, ob Netflix, Amazon Prime Video, Sky und Co. unterstützt werden.

Was ist VPN?

VPN ist die Abkürzung für Virtuelles Privates Netzwerk. Die hier vorgestellten Tools eröffnen quasi einen geheimen Tunnel zwischen Ihrem Windows-Computer, Android-Smartphone, iPhone oder iPad und den verschiedenen Webinhalten. Um zu verstehen, warum das überhaupt nötig ist und wie die Technik VPN genau funktioniert, erklären wir zuerst, wie surfen im Internet bzw. das Internet an sich überhaupt funktioniert:

Um eine Webseite bzw. URL aufrufen zu können, nutzt der Computer, das iPad oder jedes andere Gerät eine IP-Adresse – mit der Zahlenfolge kann das Gerät identifiziert und Daten können empfangen werden. Außerdem verbindet sich das Gerät über die Adresse mit dem jeweiligen Provider, um eine Internetverbindung herzustellen. Zusätzlich kontaktieren Sie bei der Abfrage einer URL einen Domain Name System (DNS) Server, der Ihnen die zugehörige IP-Adresse einer URL zurückgibt. Ihr Provider bzw. der Server des Providers verbindet Sie dann mit dieser IP-Adresse: die URL wird aufgerufen.

Bei einem Website-Aufruf gehen Ihre Daten bzw. Ihr IP-Adresse also durch mehrere Hände: Sowohl der DNS-Server beziehungsweise der Anbieter dieses Servers, als auch der Betreiber der Website, die Sie aufrufen, kann mit Hilfe ihrer einzigartigen IP-Adresse Bewegungsprofile erstellen. Und anschließend verschiedene Daten über Sie speichern, die zum Beispiel zum Versenden von (unerwünschter) Werbung genutzt werden.

Wie funktioniert VPN?

Um sich anonym im Browser bewegen zu können, verschlüsselt eine VPN-Software Ihre Daten bzw. verbirgt Ihre IP-Adresse. Die Technologie baut quasi einen von außen nicht einsehbaren Tunnel zwischen zwei Endpunkten auf. Diese Endpunkte können Android-Smartphones oder iPads, smarte Fernseher und nahezu jedes andere internetfähige Gerät sein. Die tatsächliche Sicherheit hängt vom verwendeten VPN-Protokoll ab. Als sehr sicher gilt beispielsweise eine 256-Bit-Verschlüsselung, die für nahezu alle Geräte und Systeme verfügbar ist. Vor dem Versenden einer Anfrage verschlüsselt der Computer oder das iPad die Daten und sendet diese ans Ziel, also an den entsprechenden Server des Website-Betreibers. Dort werden die Daten entschlüsselt, gelesen und die Antwort wird ebenfalls wieder verschlüsselt und zurückgesendet.

Die hier vorgestellten VPN-Anbieter übernehmen dabei eine Vermittler- bzw. Stellvertreterrolle: Die VPN-Software verbindet Ihren Windows-Computer oder das iPhone mit dem jeweiligen angefragten Web-Angebot. Dabei ruft der Sever des Anbieters die Seite für Sie auf und gibt das Ergebnis an Sie weiter – die angefragten Seiten und Dienste sehen nur die IP-Adresse des VPN-Clients, nicht aber Ihre.

Anwendungsfälle und Vorteile von VPN-Verbindungen

Kritiker sagen, dass VPN-Verbindungen vor allem dafür genutzt werden illegale Machenschaften im Netz zu verschleiern – etwa die Nutzung von Tauschbörsen. Ein Vorurteil, denn richtig und legal verwendet, bietet VPN vor allem eines: anonymes und sicheres Surfen im Internet. Folgende Vorteile bei Internetnutzung bringen die VPN-Programme:

  1. Vermeidung von Filterblasen: Wer kennt es nicht: Beim Surfen im Internet tauchen auffällig häufig Links und Werbeanzeigen auf, die zu den eigenen Interessen passen oder Produkte zeigen, die man sich gerade erst bei Amazon oder auf einer anderen Shopping-Plattform angeschaut hat. Was auf der einen Seite praktisch klingt, birgt auf der anderen Seite die Gefahr, dass Sie nur stark gefilterte Inhalte sehen und es zunehmend schwierig wird, sich eine wirklich fundierte Meinung zu bilden – angefangen bei eher profanen Sachen, wie dem qualitativ hochwertigstem Staubsauger, bis hin zu politischen Geschehnissen, die auf Grund Ihres Browser-Verlaufs eventuell nur sehr einseitig beleuchtet werden. Wer das vermeiden möchte, kann mit Hilfe eines VPN-Clients die eventuelle Filterblase abschalten oder zumindest eindämmen.
  2. Wahrung der Privatsphäre: Spätestens seit der WikiLeaks-Affäre ist das Thema Datensicherheit und der Schutz der virtuellen Privatsphäre für jeden präsent. Wer hier gezielt etwas tun möchte, ist mit einer VPN-Software auf dem richtigen Weg.
  3. Geoblocking umgehen: Viele Shopping-Plattformen, aber auch Streaming-Anbieter, die international verfügbar sind, grenzen ihr Angebot länderspezifisch ein – so gibt es beispielsweise Serien auf Netflix, die nur in Amerika verfügbar sind oder Sie finden im Spanienurlaub bei Ihrer Online-Recherche auf Amazon andere Angebote, als zurück in Deutschland. Da die VPN-Anbieter meist Server in aller Welt haben, lässt sich mit Hilfe des Clients das sogenannte Geoblocking oftmals umgehen beziehungsweise Sie simulieren mit Hilfe des Clients, dass Sie eine ausländische Website aus dem gleichen Land aufrufen. Beachten Sie dabei jedoch, dass der virtuelle Ortswechsel per VPN gesetzlich zwar nicht verboten ist, viele Unternehmen diesen in Ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen jedoch ausschließen. Im schlimmsten Fall werden Sie dann von der Nutzung des Angebots ausgeschlossen.
  4. Sicheres Surfen im offenen WLAN: Gerade wenn Sie viel unterwegs sind, surfen Sie wahrscheinlich häufiger in offenen WLANs – so wie viele andere. Und gerade das kann ein Sicherheitsproblem sein, denn Sie wissen nie, wer noch in dem Netzwerk eingeloggt ist und ob dieser nicht eventuell Ihre Daten abfischt. Um hier auf der sicheren Seite zu sein, ist auch in diesem Fall die Verwendung einer VPN-Software auf dem Handy oder iPad nützlich. Wenn Sie zu Hause einen Router mit entsprechender Funktion haben, zum Beispiel eine Fritzbox, können Sie Ihr Heimnetzwerk so konfigurieren, dass Sie von unterwegs über einen VPN-Client sicher innerhalb Ihres privaten Netzwerks surfen.

Inkognito surfen: Expertenmeinungen

Anonym surfen und keine virtuellen Spuren hinterlassen ist das Ziel eines VPN-Clients. Doch wenn man genau hinschaut, ist die totale Anonymität auch über VPN nicht möglich. Die Rückverfolgung und Zuordnung der Spuren zu einer Person wird zwar deutlich schwieriger – Profis können aber verschiedene Daten feststellen:

  • Beim VPN-Anbieter: Sogenannte Logfiles sind Protokolle über Zugriffe auf Websites bzw. Server. Auch wenn viele Provider behaupten, dass Sie gar keine Nutzerdaten speichern, ist die Wahrscheinlichkeit schon aus technischer Notwendigkeit heraus hoch, dass zumindest entsprechende Logfiles von VPN-Anbietern erstellt und gespeichert werden.
  • Beim Surfen bzw. im Browser: Die VPN-Software verschleiert zwar Ihre IP-Adresse, kann aber nicht verhindern, dass andere Meta-Daten beim Surfen vom Browser aufgezeichnet werden. Zum sogenannten OS- und Browser-Fingerprinting gehören beispielsweise Informationen über das verwendete Betriebssystem, also beispielsweise ob Sie mit der neuesten Windows-Version oder einem iOS-Gerät unterwegs sind, den verwendeten Browser, zum Beispiel Firefox, Opera oder Safari, und die Fenstergröße, die Hinweise darauf gibt, wie groß das verwendete Display ist. Um auch diese Spuren zu verwischen, gibt es separate Software.
  • Beim Provider: Mit Hilfe eines VPN-Programms verbergen Sie Ihre IP-Adresse. Ihr Provider erhält nur die Information, dass Sie dieses Tool nutzen, nicht aber, was genau Sie damit im Internet tun. Was toll klingt, soll für manchen Geheimdienst schon ein Signal sein, dass Sie etwas zu verbergen haben. VPN-Nutzer stehen also im Generalverdacht. Im Regelfall sollte das jedoch keine Konsequenzen für Sie haben.

Anonym surfen: Tipps für einen sicheren Browser

Ob mit oder ohne VPN-Client: Wenn Sie im Internet surfen, sind Firefox, Opera und andere Browser oftmals eine beliebte Sicherheitslücke. Doch mit wenigen Klicks können Sie – ergänzend zu der Einrichtung einer VPN-Verbindung – aus einem Standard-Browser einen sicheren Browser machen.

  1. Privater Modus: Firefox, Chrome und Co. verfügen über einen „privaten Modus“ (auch Inkognito-Fenster oder privates Surfen genannt). Aktivieren Sie diesen, speichern Firefox und Co. keine Cookies, Verlaufsdaten, Passwörter und Download-Infos – so erhalten Sie quasi einen anonymen Browser.
  2. Installieren Sie Add-Ons: Wie oben bereits erwähnt, gibt es (teils kostenlose) Tools, mit denen Sie verhindern können, dass Browser-Informationen gespeichert werden (sogenanntes Browser-Fingerprinting) – damit ist die Zahl der nützlichen Sicherheits-Add-Ons allerdings noch nicht ausgeschöpft. Unterdrücken Sie gezielt das Tracking durch Google Analytics und anderen Tools, unterbinden Sie die Datenübertragung an Facebook oder stellen Sie Ihren sicheren Browser so ein, dass nur verschlüsselte Inhalte geladen werden. Die meisten Browser bringen von Hause aus außerdem sogenannte Werbeblocker mit, die lästige Pop-ups unterdrücken.
  3. Warnung von Schad-Software: Neben einer funktionierenden Antiviren-Software, die Sie auf jedem internetfähigen Gerät installiert haben sollten, bringen auch viele sichere Browser Funktionen gegen Schad-Software mit. „Safe Browsing“ heißt diese Funktion zum Beispiel bei Google Chrome, die automatisch unsichere und gefährliche Websites blockiert. Außerdem gibt es sichere Browser, die auf die sogenannte Sandboxing-Technologie setzen: Der Browser funktioniert unabhängig vom übrigen System, die Installation von Schad-Software wird verhindert. Praktisch: Einige der von uns getesteten VPN-Clients sind Teil einer ganzen Sicherheits-Suite, d. h. Sie können nicht nur ein Abo für den VPN-Tunnel abschließen, sondern auch Antiviren-Software und andere Sicherheitsprogramme herunterladen und nutzen.

Vergleich: Die besten VPN-Anbieter 2020

Platzierung Produkt COMPUTER BILD-Testnote    
1. NordVPN 1,4 (sehr gut) Zum Testbericht Zum Angebot
2. Surfshark 1,5 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
3. CyberGhost VPN 1,6 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
4. ExpressVPN 1,6 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
5. Hide.me 1,7 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
6. ProtonVPN 1,8 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
7. Private Internet Access 1,9 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
8. VyprVPN 2,1 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
9. Mullvad VPN 2,2 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
10. Windscribe 2,3 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
11. Perfect Privacy 2,4 (gut) Zum Testbericht Zum Angebot
12. SaferVPN 2,7 (befriedigend) Zum Testbericht Zum Angebot
13. TorGuard 2,8 (befriedigend) Zum Testbericht Zum Angebot
14. PureVPN 2,8 (befriedigend) Zum Testbericht Zum Angebot
15. BullGuard VPN 2,8 (befriedigend) Zum Testbericht Zum Angebot
16. HMA VPN (HideMyAss) 2,9 (befriedigend) Zum Testbericht Zum Angebot